Die Anforderungen an meine letzten Ferien waren hoch. Die Liste mit wünschenswerten Punkten wurde immer länger:
- weit weg
- ein Erlebnis / Eintauchen in eine fremde Kultur
- Sprachen anwendbar bzw. man sollte mehr dazu lernen (am liebsten Spanisch)
- etwas nützliches tun
- Energie tanken
- Spass haben und nette Leute kennen lernen
6 Punkte in nur 2 Wochen? Absolut machbar!
Denn es ist ein Erlebnis, nach 22h Reise (=weit weg) am anderen Ende der Welt, morgens um 6 Uhr alleine auf dem Balkon, einen Kolibri zu beobachten (Jetlag sei dank). Wenn man 3-mal täglich Gallo Pinot (Nationalgericht in Zentralamerika aus Reis und roten Bohnen) bekommt, kann man auch von sich behaupten, man habe die fremde Kultur gekostet. Wenn 11 Volunteers aus 5 verschiedenen Länder zusammen übers Weekend ans Meer fahren, dann bedeutet dass viel Spass mit vielen interessanten Leuten! Wenn deine kleine Schülerin vor dir die Nase kraust und sagt: “Profe, no entiendo“, dann weisst du, dass du noch viel mehr Spanisch lernen solltest. Wenn aber eben diese Schülerin in den zwei Wochen in denen du Sie unterrichtest lesen lernt, weisst du, dass dein Spanisch doch nicht so schlecht ist und du zwar nicht die Welt – aber doch ganz im Kleinen für dich und die Schülerin etwa gutes tun konntest. Du kommst vielleicht nicht ganz so erholt nach Hause zurück, wie nach einem Strandurlaub. Aber in deinem Inneren erinnerst du dich noch lange an die leuchtenden Augen deiner Schüler und es ist dir völlig egal, wenn die S-Bahn heute etwas länger braucht – es gibt wichtigere Dinge im Leben!
Im Juni 2011 war ich für 2 Wochen in Esteli, Nicaragua und habe dort jeden Tag zwischen ca. 8.30 und 15 Uhr Kindergärtner und 1. Klässler unterrichtet. Der Unterricht fand auf Spanisch statt, die Kinder kommen aus schwierigsten Verhältnissen aber sie nehmen dich als Lehrerin sehr herzlich auf! Jeden zweiten Tag besuchte ich selber eine Spanischklasse und konnte im 1:1 Unterricht sehr viel profitieren. Die Tage dazwischen wurden abends dafür benutze die nächsten Schullektionen vorzubereiten. Die Wochenenden standen zur freien Verfügung, oft unternehmen die Volunteers zusammen einen Ausflug. Ich hatte keine Vorkenntnisse als Lehrerin, wurde aber von anderen Volunteers und dem Koordinator gut vorbereitet und immer unterstützt. Am besten haben mir die Bastellektionen am Freitag gefallen. Gelebt habe ich in einer nicaraguensischen Gastfamilie, die sich sehr um mich gekümmert hat und auch immer sehr gut gekocht hat. Alles in allem haben die Ferien einen tiefen, wunderbaren Eindruck hinterlassen.
Sara Hunziker, Freiwilligenarbeit in Nicaragua vom 18.06.-02.07.2011

